Carpe Dias

Gestern habe ich mal so zum Spaß einige Dias meines Vaters geschnappt und versucht sie zufriedenstellend(!) zu digitalisieren. Dabei fiel mir auf, dass sie recht matschig (unscharf) aus meinem Scanner kamen. Da das ja irgendwie zu beheben sein muss, folgt jetzt dieser Eintrag mit meinen Erkenntnissen.

Handwerkszeug

Ich nutze zum Scannen einen Epson V600 [1], der gut unter Linux unterstützt wird (bis auf dass er keine 16bit Scans liefert, sondern nur 8bit :( ).

Zur Bildbearbeitung nutze ich GIMP [2] mit einigen Plug-ins, wie G’MIC [3].

Scan und Nachbearbeitung

Die Dias habe ich als positiv-Film mit 3200 DPI gescannt. Herausgekommen sind jeweils etwa 50MB große PNM-Dateien [4].
Diese haben den Vorteil, dass sie während des Scannens schon gespeichert werden (bei PNGs hatte ich eine recht lange Wartezeit wegen der Komprimierung nach dem eigentlichen Scannen).

Das Bild kam dabei so aus dem Scanner (als PNM, nicht JPG):

01_bild_aus_scanner
Kopfüber und Blau angelaufen – so kam auch ich zur Welt.

Da es auf dem Kopf steht, der Weißabgleich fürchterlich ist und das ganze einen fetten schwarzen Rahmen hat, habe ich das kurzerhand in GIMP geöffnet und behoben.
Also: Bild um 180° gedreht (Bild > Transformation > Um 180° drehen), das Bild zugeschnitten und den Weißabgleich automatisch machen lassen (Farben > Automatisch > Weißabgleich). Zu guter letzt noch die Farben mit „Color Balance“ etwas austariert, fertig!

Sieht schon erträglicher aus:

03_bild_color_balance

Das Nachschärfen

Nun das Wichtigste: Wie bekomme ich in diesen Brei Schärfe rein? Wavelets [5]? Einfach auf „Schärfen“ gehen? „Unscharf maskieren“?

Da das immer noch zu wenig Möglichkeiten für meine Neugier waren, habe ich mich erinnert, dass G’MIC verdammt viele praktische Filter und Tools für die Bildbearbeitung mitbringt – und damit sicherlich auch genug für meine neugierigen Hirnlappen.

Also G’MIC in GIMP aufgerufen (Filter > G’MIC…) und im Dialogfenster fündig geworden unter der Rubrik „Details“. Die Werte im Bild sind auch die Werte, die ich letztlich genutzt habe.

dialog_schärfen

Durch die überaus anerkannte Methode „Try & Error“ habe ich dann gemerkt, dass meines Empfindens nach die Methode „Sharpen [gold-meinel]“ am besten aussieht – mir kommt sie jedenfalls wie feines Filmkorn vor und passt daher vorzüglich zu jedem analogen Bild.
Jedenfalls war ich ziemlich Baff, was da plötzlich an Details aus dem Foto herauskamen!

Hier mal im Vergleich (von links nach rechts): das Original-Bild ohne Schärfung, geschärft mittels Gold-Meinel und geschärft über das naheliegende „Schärfen“ (Filter > Verbessern > Schärfen…).

Und dann habe ich mir noch mal die Mühe gemacht die ganzen Flecken und Staubkörner per Hand weg zu stempeln…

Das gute Ende

Am Ende sah dann alles ganz anders aus (Achtung, das Bild ist GROß!):

0003

Cheers!

Links

[1] Seiko Epson Corporation, „Perfection V600 Photo – Epson“. [Online]. Verfügbar unter: http://www.epson.de/de/hu/viewcon/corporatesite/products/mainunits/overview/3597. [Zugegriffen: 28-März-2016].

[2] gimp.org, „GIMP“, GIMP. [Online]. Verfügbar unter: //www.gimp.org/. [Zugegriffen: 28-März-2016].

[3] G’MIC.eu, „G’MIC – GREYC’s Magic for Image Computing: A Full-Featured Open-Source Framework for Image Processing“. [Online]. Verfügbar unter: http://gmic.eu/. [Zugegriffen: 28-März-2016].

[4] Wikipedia.org, „Netpbm format“, Wikipedia, the free encyclopedia. 23-März-2016.

[5] P. David, „Skin Retouching with Wavelet Decompose“, PIXLS.US, 20-Apr-2015. [Online]. Verfügbar unter: https://pixls.us/articles/skin-retouching-with-wavelet-decompose/. [Zugegriffen: 28-März-2016].

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